Die gewünschte Domain ist schnell bestellt, aber dennoch dauert es mitunter einige Stunden, bis eine Domain auch tatsächlich für die ganze Welt erreichbar ist? Woran liegt das?
Der einfachste Grund – die Registrierung der Domain wird aus bestimmten Gründen nicht vollautomatisch durchgeführt. Hintergrund könnten beispielsweise Neukundenbestellungen sein, deren Bestellangaben zunächst manuell verifiziert werden müssen, um Spaßbestellungen auszuschließen. Nach der Freigabe ist aber, wie oben erwähnt eine Domain dennoch nicht sofort im WWW zu erreichen – der Grund:
Eine Homepage und E-Mailadressen werden üblicherweise auf einem Server im Internet gespeichert. Diese Server sind, wie jeder andere Rechner der sich in einem Netzwerk aus mehreren Rechnern befindet, mit sogenannten IP Adressen erreichbar. Vergleichbar wäre dies quasi mit der Telefonnummer einer Person. Da es marketingtechnisch aber Nonsens wäre, etwa diese Werbebotschaften zu hinterlassen: “Besuchen Sie uns im Internet unter http://83.133.96.6″, gibt es Domains. Über diese Domains lassen sich die Inhalte wesentlich freundlicher erreichen. Ein weiterer Grund: Der im Jahr 1981 eingeführte IPv4 Standard ist heute noch weit verbreitet und lässt jedoch “nur” 4.294.967.296 einzigartige IP Adressen weltweit zu. Da beim shared Hosting mehrere Kunden auf einem Server ( = einer IP) liegen, lassen sich u.a. neben Webhostingkosten auch IP Adressen einsparen.
Das Internet besteht aber eben nicht nur aus einem Server, sondern aus vielen unterschiedlichen Systemen. So gibt es neben dem Webserver auch die Systeme des Internet Service Providers, welche letztendlich den Zugang zum Internet für Personen und Personengruppen ermöglichen.
Somit gibt es schon zwei unterschiedliche Systeme:
- Webserver mit der Domain und den Inhalten
- System für den Internetzugang durch einen Internet Service Provider (z.B. DSL, ISDN oder auch mobile Internetzugänge)
In Anbetracht der Tatsache, dass es Abertausende dieser Systeme gibt, können diese nicht direkt miteinander kommunizieren. Sie würden außer der Kommunikation vermutlich nichts mehr anderes tun können. Daher gibt es eine weitere Instanz, die Instanz der Nameserver. Diese Nameserver sind gewissermaßen die Telefonbücher – oder besser die Domain / IP-Adressbücher des Internets. Auch davon gibt es nicht nur einen, sondern viele verschiedene von unterschiedlichsten Betreibern.
Und genau hier ist der “Flaschenhals”. Die Nameserver aktualisieren sich nicht permanent, sondern halten Daten für eine gewisse Zeit im Speicher um sich selbst zu entlasten. Dadurch können die Nameserver die Anfragen mit maximaler Geschwindigkeit abarbeiten, was wiederum zu einer schnellen Auslieferung der bereits bekannten Domain / IP Adresssätze führt – die gewünschten Seiten werden schnell angesprochen. In regelmäßigen Abständen wird dieser Speicher (auch Cache genannt) gelöscht und Veränderungen bzw. Neueinträge aufgenommen. Genau diese Zeit, ist die Zeit, in der die Änderungen, Neueinträge oder auch Löschungen nicht berücksichtigt werden können. Da es nicht einen Nameserver gibt, sondern viele verschiedene von unterschiedlichsten Betreibern, kann der Vorgang auch nicht generell beschleunigt werden.
Zwar könnte theoretisch jeder selber einen Nameserver betreiben, oder auf dem eigenen PC über die hosts-Datei einen Eintrag für Domain <-> IP vornehmen, aber dieser Eintrag gilt dann selbstverständlich auch nur für das eine Gerät. Darum dauert es, bis eine Domain oder auch eine Änderung bzw. Löschung einer Domain für jeden erkennbar ist.
Übrigens, da es ja verschiedene Internet Service Provider (DSL Anbieter, ISDN usw.) mit unterschiedlichen Nameserver gibt, können Änderungen auch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich schnell verarbeitet werden. Ein Freund in Berlin würde die neue Domain daher evtl. schon erreichen können, während der Kumpel aus Hamburg noch vor einer Fehlermeldung verzweifelt.












